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29.05.2019

Zu gut für die Tonne: So nachhaltig ist das Reparieren von Elektrogeräten

MediaMarkt und Saturn bieten ihren Kunden immer mehr Reparaturservices an: Von der Handy-Sofortreparatur über die Reparatur von Kaffeevollautomaten bis zur Waschmaschinen-Reparatur in den eigenen vier Wänden. Doch warum überhaupt reparieren? Weil es ein Beitrag für mehr Kundenzufriedenheit ist – und die Umwelt schützt. Beides zeigen wir am Beispiel des Lebenszyklus einer Waschmaschine.

Elektronische Geräte werden immer kürzer genutzt. Das zeigt eine Studie des Öko-Institut e.V. und der Universität Bonn im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) aus dem Jahre 2016. Demnach ging die durchschnittliche Erstnutzungsdauer von Haushaltsgroßgeräten wie Waschmaschinen, Trocknern, Kühl- und Gefriergeräten 2004 und 2013 von 14,1 auf 13 Jahre zurück. Auch die Nutzungsdauer von Unterhaltungselektronik sank. Bei Flachbildfernsehern verkürzte sich zwischen 2007 und 2010 die Lebensdauer von 5,7 Jahren auf 4,4 Jahre, bei Notebooks von 5,4 auf 5,1 Jahre.

Kunden unzufrieden mit geringer Lebensdauer

Warum nutzen wir Elektrogeräte heute weniger lang als früher? Die Gründe sind vielfältig: Bei Informations- und Unterhaltungselektronik wecken vor allem technische Innovationen den Wunsch nach einer Geräte-Neuheit. Doch auch bei Haushaltsgroßgeräten ist bei einem Drittel der Verbraucher der Wunsch nach einem besseren Gerät ausschlaggebend für den Kauf.

Gleichzeitig stieg zuletzt der Anteil der Haushaltsgroßgeräte, die aufgrund eines Defekts bereits innerhalb der ersten fünf Jahre ersetzt wurden: von 3,5 Prozent im Jahr 2004 auf 8,3 Prozent im Jahr 2013. Kunden mögen das gar nicht: 30 Prozent der Verbraucher äußerten in einer begleitenden Verbraucherbefragung, sie seien unzufrieden mit der Lebensdauer von Elektrogeräten.

Lebensdauer Elektrogeräte

Kurzlebige Produkte belasten die Umwelt

Auch aus ökologischer Sicht ist der Trend zu immer kürzeren Nutzungsdauern problematisch. Denn ob Laptop, Fernseher oder Waschmaschine: Je früher wir sie entsorgen, desto größer sind Umweltbelastung und Ressourcenverbrauch im Verhältnis zum Nutzen des Gerätes.

Moderne Haushaltsgeräte mit eingebauter Elektronik enthalten viele wertvolle Bestandteile wie Gold, Zinn, Tantal und Kupfer. Diese Rohstoffe zu gewinnen ist aufwändig – und in vielen Fällen mit Umweltschäden und der Missachtung von Menschenrechten in den Herkunftsländern verbunden. Auch die Geräteproduktion an sich verschlingt viel Energie und verursacht klimaschädliche Treibhausgasemissionen.

Beispiel Waschmaschine: Nach Berechnungen des Öko-Instituts liegen der Energieaufwand und das Treibhausgaspotenzial bezogen auf den gesamten Lebensweg bei einer fünfjährigen Nutzungsdauer um rund 40 Prozent höher als bei einer 20jährigen Nutzung. Dabei ist die mögliche bessere Energieeffizienz eines Neugeräts bereits einkalkuliert.

Reparieren schont Umwelt und Geldbeutel

Reparaturkosten und Strompreise steigen – ist es da wirtschaftlich überhaupt sinnvoll, eine alte Waschmaschine bei auftretenden Defekten reparieren zu lassen? Wäre eine neue, energieeffizientere Maschine nicht sinnvoller?

Das untersuchte 2017 eine Studie der Stiftung Warentest. Das Ergebnis: Während die Reparatur eines defekten Staubsaugers in der Regel teurer ist als der Kauf eines Neugeräts, fällt die Bilanz bei Waschmaschinen gänzlich anders aus. Gerade bei qualitativ hochwertigen Geräten ist die Verlängerung der Lebensdauer durch Reparaturen sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich eine sinnvolle Entscheidung.

Das hat zwei Gründe:

  • Auf die Herstellung von Waschmaschinen entfallen 25 bis 50 Prozent der Gesamtumweltauswirkungen, je nach erreichter Lebensdauer. Je kürzer wir Maschinen nutzen, desto höher der Anteil der Herstellungsphase an Gesamtumweltauswirkungen.
  • Waschmaschinen werden aufgrund von Vorgaben der EU bereits seit vielen Jahren wesentlich energie- und wassersparender konstruiert. Zukünftig sind deshalb nur noch geringe Energieeffizienzsteigerungen zu erwarten.

Eine Reparatur lohnt sich also. Übrigens ganz besonders bei kaputten Kaffeevollautomaten: Diese Geräte sind oft teuer und verbrauchen bei der Herstellung viele Ressourcen. Zugleich lassen sich die meisten Defekte mit geringem Aufwand beheben. Eine Reparatur lohnt sich daher sowohl finanziell als auch ökologisch.

MediaMarkt und Saturn bieten Kunden hier verschiedene Angebote: