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17.12.2018

Niedrigenergiehaus – Passivhaus: Wie sie wirken und was sie bringen

Der Winter hält in Deutschland Einzug. Sinken die Temperaturen draußen, muss drinnen vermehrt geheizt werden. Aufgrund der seit Jahrzehnten steigenden Preise für Heizöl und Gas wird das immer teurer. Umso wichtiger, dass die eigenen vier Wände gut isoliert sind. Denn mit einer guten Wärmedämmung kann man kräftig Energie sparen und damit zugleich die Umwelt und den eigenen Geldbeutel schonen. Besonders effizient sind hier Niedrigenergie- oder Passivhäuser, die bis zu 80 Prozent weniger Heizenergie verbrauchen.

Was ist eigentlich ein Passivhaus?

Niedrigenergiehäuser sind Gebäude mit einem Heizwärmebedarf, der deutlich unter den maximal zulässigen Verbrauchswerten für Neubauten liegt. Einen einheitlichen Standard gibt es dazu in Deutschland nicht. Vielmehr regelt die Energieeinsparverordnung (EnEV) die gesetzlichen Mindestanforderungen an Neubauten. Diese wurden seit 2002 wiederholt angepasst. Im Jahr 2002 lag der durchschnittliche Heizenergieverbrauch der Wohnhäuser in Deutschland bei 160 kWh pro Quadratmeter Energiebezugsfläche im Jahr, ein Haus mit einem Verbrauch unter 70 kWh/(m2a) galt damals noch als Niedrigenergiehaus.

Heute liegt die Latte deutlich höher: Das so genannte „KfW-Effizienzhaus 70“ mit einem Verbrauch von unter 45 kWh/(m2a) ist aktuell der Standard für alle Neubauten in Deutschland. Wer künftig eine öffentliche Förderung für besonders energieeffiziente Bauweise von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erhalten möchte, muss schon ein Effizienzhaus 55 oder einen Effizienzhaus 40 Plus bauen und seinen Verbrauch auf unter 35 bzw. unter 25 kWh/(m2a) senken. Dies entspricht einem Ölverbrauch von unter 3 Litern je m2 und Jahr.

Erreicht werden die Einsparungen vor allem durch gute Wärmedämmung des Daches und der Außenwände sowie durch die Isolierung der Fenster und Außentüren. Weitere Hebel sind die Nutzung erneuerbarer Energien (Sonne, Biomasse) – als passive Sonnennutzung durch Planung von Sonnenräumen, Wintergärten o.ä., oder aktiv durch Solaranlagen für die Warmwasseraufbereitung und Heizung, Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen.

Passivhäuser sind so gut gedämmt, dass auf eine Gebäudeheizung verzichten werden kann. Daher kommt auch der Name: Die Wärme aus passiven Quellen (Sonneneinstrahlung, Abwärme von Haushaltsgeräten, Körperwärme) reicht aus, um eine angenehme Wohntemperatur zu halten. Durch die optimale Wärmedämmung benötigt ein Passivhaus keine klassische Heizung für den Winter und keine Kühlung für den Sommer. Ein hartnäckiger Mythos ist, dass man in Passivhäusern die Fenster nicht öffnen darf. Das stimmt nicht. Und auch Heizkörper sind natürlich nicht verboten – ihr Betrieb wird im Normalfall einfach nur nicht gebraucht. Der Grenzwert für den Heizwärmebedarf liegt bei Passivhäusern bei maximal 15 kWh pro Quadratmeter Energiebezugsfläche im Jahr.

Wie funktioniert ein Passivhaus?

Durch die heutige Bauweise mit dichten Mauern, Fenstern und Türen findet durch fehlende Ritzen und Spalten kaum mehr ein Luftaustausch statt. Weil eine ausreichende Frischluftzufuhr aber für das Wohlbefinden erforderlich ist, verfügen die Neubauten heute über Belüftungsanlagen. Ein Passivhaus macht sich das zunutze und erwärmt die Luft im Belüftungssystem passiv auf verschiedenen Wegen, zum Beispiel durch Sonneneinstrahlung, Erdwärme oder die Wärme des Küchenherds beim Kochen. Die warme Luft wird dann gleichmäßig im Haus verteilt, klassische Heizkörper sucht man in einem Passivhaus vergebens.

Kosten und Nutzen eines Passivhauses

Ein Gebäude als Passivhaus zu errichten, erfordert je nach Gebäudegröße zum Teil erhebliche Zusatzinvestitionen von mehreren Tausend bis Zehntausend Euro. Die gute Nachricht: Passivhäuser werden durch staatliche Förderprogramme – beispielsweise durch die KfW und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) – mit zinsgünstigen Darlehen, Tilgungszuschüssen und einmaligen Zuwendungen gefördert. So können beispielsweise für die Installation einer Wärmepumpe und einer Photovoltaikanlage Fördermittel aus dem KfW-Programm „Erneuerbare Energien – Standard – Photovoltaik“ in Anspruch genommen werden. Zudem amortisieren sich die Mehrkosten im Laufe der Jahre durch die eingesparten Heizkosten.

Ein weiterer positiver Effekt des Passivhauses ist das gesündere Raumklima. Durch die bessere Isolierung der Außenhülle und durch die Belüftungsanlage bleibt die Raumtemperatur das ganze Jahr über angenehm und Schimmelbildung an den Wänden ist damit praktisch ausgeschlossen.

Neben Geldbeutel und Gesundheit profitiert auch die Umwelt. Der deutlich verringerte Heizwärmebedarf reduziert auch die durch das Gebäude entstehenden CO2-Emissionen nachhaltig. Werden für den verbleibenden Bedarf Solaranlagen errichtet und die Stromversorgung auf Ökostrom umgestellt, ist es sogar möglich, ein Passivhaus ausschließlich mit erneuerbaren Energien zu versorgen und damit den eigenen ökologischen Fußabdruck zu verkleinern.

Effiziente Bauweise bei MediaMarktSaturn

Die Reduzierung des operativen Energiebedarfs und der damit verbundenen CO2-Emissionen von weltweit mehr als 1.000 Märkten ist eines der wichtigsten Nachhaltigkeitsziele auch der MediaMarktSaturn Retail Group. Im Rahmen der Initiative „Saving Energy 2.0“ konnte der Stromverbrauch der Märkte je Quadratmeter Verkaufsfläche bereits um 23 Prozent im Vergleich zum Jahr 2011 reduziert werden. Bis Ende 2025 soll er um weitere 15 Prozent gesenkt werden. Dazu setzt die Unternehmensgruppe auf ein effizientes Energiemanagement und die stetige Modernisierung der Märkte und Verwaltungsgebäude.